Sonntag, 11. November 2012

argentina, sunshine and happiness

Nachdem ich hier letztes Mal vom sich anbahnenden Sommer gesprochen hab, hat sich dieser ganz gut entwickelt gehabt. Wir hatten hier bis Donnerstag andertalb Wochen puren Sonnenschein. Was am Anfang noch ganz schön war, da man viel draußen machen konnte, war am Ende echt anstrengend. Tagsüber immer deutlich über 30 Grad im Schatten, von Temperaturen in der Sonne ganz zu schweigen und nachts auch nie unter 28 Grad. Dazu 70% Luftfeuchtigkeit, sodass man nur einen Finger bewegen musste und schon anfing zu schwitzen. Zum Glück wirkten auch die Argentinier sehr angestrengt durch das Wetter, man hatte also nicht das Gefühl, dass es im Sommer dann nochmal wesentlich heißer wird. Anscheinend war es eben auch untypisch warm für den Frühling. An den letzten Tagen gab es dann andauernd Stromausfälle, die auch die ganze Innenstadt betrafen und dort anscheinend ein ziemliches Verkehrschaos ausgelöst haben (die Ampeln haben ja nicht funktioniert). Ist nen bisschen die Frage, ob das einfach ne Sache von Überlastung aufgrund der vielen Klimaanlagen war oder andere Gründe hatte. Jedenfalls hatte es hier eigentlich seit Jahren keine größeren Stromausfälle mehr gegeben. Für uns hieß dies dann Kochen mit Taschenlampe zwischen den Zähnen und Essen im Kerzenschein;-)
Am Freitag gabs dann ein krasses Gewitter, bei dem wieder sämtliche Straßen abgesoffen sind und seitdem ist es kühl. Ganz interessant war, dass 5 Minuten vor der Gewitterfront eine riesen Wolke Libellen unterwegs war, die anscheinend von überall her vor dem Gewitter flohen und sich eben in einer großen Wolke über das Schulgelände verteilt haben. Plötzlich war die ganze Luft erfüllt von unendlich vielen Libellen, genau so, wie man sich eine Heuschreckenplage vorstellt, nur halt Libellen, die es hier eigentlich nicht übermäßig viel gibt. Das Phänomen hatte auch noch kein Lehrer der Schule jemals so erlebt. Nachdem das Gewitter vorbei war, dachte man eigentlich, dass die Libellen weitergezogen wären, aber viele haben bis zum nächsten Tag am Schulzaun übernachtet (siehe Fotos) und gestern war dann wieder alles voll mit Libellen. Eine sehr komische Atmosphäre. 
Ansonsten war hier dieses Wochenende ein Flohmarkt an der Schule, zu dem Eltern ihren ganzen alten Kram gebracht hatten und den dann zu Gunsten der Schule verkauft haben. Gemessen an dem, was hier vorbeigebracht wurde, merkte man dabei, dass diese Schule hauptsächlich von Schüler aus relativ gut betuchten Familien besucht wird. Von älteren Flachbildfernsehern bis zu Apple-Computern war alles dabei. Alles Sachen, die man nicht unbedingt bei den meisten Argentiniern in den Wohnungen vermuten würde...
Dieses Wochenende waren wir wieder mit anderen Freiwilligen unterwegs und sind gestern Nacht bei Argentiniern in der Wohnung gelandet, wo man mal sehen konnte, wie hier die ganz reichen leben. Im schönsten Villenviertel mit vielen Parks in einem sehr edlen Apartmenthaus mit Portier und Aufzug direkt in die Wohnung. Das ganze dann um die Ecke von der Innenstadt und der Avenida 9 de Julio. Auf dem Weg dahin viel dann wieder die argentinische Zeitauffassung auf. Nachts um 2 Uhr sind immernoch alle Restaurants voll mit Menschen (gerade gereifteren Alters), die sich ihre Fleischplatten genehmigen und keinesfalls so wirken, als wollten sie bald nach Hause.
Viele Grüße also ins kalte Deutschland und wo sonst noch dieser Blog gelesen wird,
David 
Kochen mit Taschenlampe (mit Blitz aufgenommen)

Kochen mit Taschenlampe (ohne Blitz)

candle light dinner


Libellen an unserem Zaun

... und fliegenderweise

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