Also,
ich bin gestern gut in Buenos Aires angekommen. Mein Flug ging ja
über Sao Paulo, wo ich drei Stunden Aufenthalt hatte, sodass ich
dann Samstag um 11:30 hier in Buenos Aires gelandet bin. Ich wurde
von meinem Mitfreiwilligen (einem Freiburger) und dem verbliebenen
Freiwilligen des letzten Jahres abgeholt. Diesen hab ich dann sage
und schreibe 5 Minuten kennenlernen dürfen, da sein Flug nach
Deutschland kurz später am Samstagmittag ging. Wir sind dann mit dem
Taxi zu unserem Hüttchen hier gefahren. Eine einstündige Fahrt
durch endlose Vorstädte und Betonwüsten, aber so bekam man schonmal
ein gutes Bild von der Größe der Stadt.
Nach
einer halben Stunde in unserer Hütte ging es dann wieder los, wieder
eine Stunde durch die Vorstädte, diesmal auch durch eine ganze Reihe
von äußerst ärmlichen Slum-Gegenden mit großen Müllkippen
daneben. Ziel war die Farm La Choza wo fünf weitere Freiwillige
unserer Organisation ihr Jahr verbringen und wo das Frühlingsfest
gefeiert wurde, eine der typischen Waldorfveranstaltung mit
entsprechend vielen deutschsprechenden Menschen. Die Farm, unter
anderem Lieferan der örtlichen Weleda, liegt weit außerhalb von
Buenos Aires an einer Landstraße in der wortwörtlichen Pampa. An
sich wunderschön und bestimmt auch ein super Ort um ein Jahr zu
verbringen, aber dermaßen abgelegen (ohne Taxi kaum zu erreichen),
dass man vom argentinischen Leben und der Stadt nur wenig mitbekommt.
Heute
morgen dann wieder zurück, was hieß knappe drei Stunden Bus bis in
die Stadt und dann weitere andertalb zu uns raus. Das Problem,
welches jede Fahrt hier in die Länge zieht, sind die Busse, welche
nach Lust und Laune kommen, man sich also, wie bei uns heute der
Fall, gerne mal eine Stunde an die Haltestelle stellen muss, bevor
überhaupt ein Bus vorbeikommt. Bei diesen ist dann auch noch ein
sehr ausgefallenes System, welches einem die Weiterfahrt erschwert:
die 800 Buslinien hier in Buenos Aires haben auch noch eine interne
Einteilung, sodass nur jeder ca. 8. Bus überhaupt in die gewollte
Richtung fährt und man so nie weis, welchen Bus man nehmen muss.
Im
späten Nachmittag heute konnte ich dann erst meine Sachen auspacken,
in einer Wohnung, die in den letzten Monaten sehr runtergewohnt
worden war und daher gerade fast drei Stunden lang in gemeinsamer
Arbeit geputzt und aufgeräumt werden musste.
Wir
wohnen am Rand des Schulgeländes der Waldorfschule an einer
ruhigen Straße nahe der Panamerika im Norden von Buenos Aires.
Morgen soll ich dann vor der Schule vorgestellt werden bevor wir mit
der für uns zuständigen Lehrerin anscheinend in eine Tankstelle
essen gehen werden;-)
Güße aus Buenos Aires
David