Die Wochenenden sind dann die wirklich abwechslungsreichen Tage. Meistens trifft man sich, vorallem Abends, im Zentrum mit Leuten und verbringt den Abend zusammen. Dabei sind wir dann meist mit anderen Freiwilligen unterwegs, da man sie vom Vorbereitungsseminar gut kennt und eben das Interesse teilt neue Orte und Viertel kennenzulernen. Mit Argentiniern kommt man dabei auch immer schnell in Kontakt, man merkt dabei die berühmte südländische Mentalität: ein sehr offenes Entgegenkommen und sofortiges Interesse, großartig langwierige Freundschaften entwickeln sich aber nicht daraus. Dies ist natürlich auch der Größe der Stadt geschuldet, wo man gerne mal an völlig anderen Enden wohnt und sich eben nur zufällig in der Stadt trifft. Mit Leuten aus meinem Viertel hatte ich bisher wenig Kontakt, da man eben meist ins Zentrum fährt, wenn man weggehen will und die Wahrscheinlichkeit dort auf Nachbarn zu treffen denkbar gering ist. Vielleicht ändert sich das ja durch das Volleyballtraining, welches im Februar wieder losgeht und hier um die Ecke stattfindet.
Interessant ist auch die große Zahl an Interessierten an der deutschen Sprache in Buenos Aires. Viele, die Deutsch lernen, haben großes Interesse daran, sich mit Deutschen zu treffen und so die gerade gelernte Sprache auszuprobieren und zu verbessern und geben dem Gegenüber dabei eben die selbe Möglichkeit. Dadurch gibt es hier eine ganze Kultur dieser Sprach-"Tandems" und das Goethe-Institut, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft und anderen Organisationen, organisiert Treffen von Deutschen und Argentiniern jeden Monat in einer Bar in der Innenstadt. Dies ist also eine der leichtesten Möglichkeiten Leute zu finden, die einem einen anderen Blick, als den des Touristen auf die Stadt zu ermöglichen.
Die Wochenenden sehen dabei aber immer einen sehr verschlafenen Sonntag vor, da die Argentinier, wie bereits vor einiger Zeit mal beschrieben, frühestens um 3 Uhr auf die Idee kommen, sich in Richtung eines Clubs aufzumachen. Auch dieses Wochenende war mal wieder davon geprägt. An meinem Geburtstag habe ich eher einen ruhigen Tag gemacht, um dann am Samstag erst hier an der Schule und später in der Stadt mit einigen Leuten zu feiern. Als wir nach Hause kamen schien die Sonne dann schon wieder so vom Himmel, dass man anfing zu schwitzen.
Ein bisschen blöd war dabei, dass ich, aufgrund eines großen Unwetters am Donnerstag mit Blitzeinschlage in unser Internetkabel, dieses Wochenende kein Internet hatte und somit alle Glückwünsche erst Montag empfangen konnte. Montagnachmittag ging dann schon das nächste Unwetter mit starken Wind runter. Ich will nicht wissen, wie es zeitweise in den ärmeren Vierteln/Slums aussah. Ohne asphaltierte Straßen und mit niedrigen Häusern, sind bestimmt die meisten Wohnungen vollgelaufen. Was uns unser Portier von seinem Viertel auch bestätigen konnte. Das ganze, vor allem das Unwetter am Donnerstag, folgte mal wieder auf eine Woche mit enormer Hitze und noch größerer Luftfeuchtigkeit, die das Arbeiten ziemlich anstrengend gemacht haben. Mal sehen wie es weitergeht, normalerweise ist es hier wohl im Dezember, Januar und Februar trockener als bisher erlebt.
An der Schule geht jetzt gerade das Schuljahr zu Ende. Letzte Woche wurden die 12. Klassen (hier die höchste Klasse) verabschiedet und diese Woche gibt es nur noch einige Präsentationen. Danach gibt es bis Ende Februar Sommerferien für Lehrer und Schüler - nicht für mich, da jetzt die großen Arbeiten wie Fenster erneuern, Tafeln reparieren etc. anfangen, die im Schulalltag nicht möglich sind. Unten gibt es mal ein paar Bilder von den ersten Spuren, die ich an der Schule hinterlassen hab.
In Sachen Weihnachten kann man nur von großer Verwirrung berichten. Bei 30 Grad und Sonne kommt man überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung und trotzdem sieht man in allen Schaufenstern Weihnachtsmänner, Rentierschlitten und Kunstschnee und vor unserem Supermarkt steht ein dick eingemummter, lebensgroßer Weihnachtsmann der bei jedem Vorbeigehenden Jingle Bells singt. Sehr merkwürdig, als welch exotisches Fest die Menschen hier Weihnachten betrachten müssen, da es einfach nicht zum Land passt.
Die Pläne für die nächsten Wochen sehen so aus, dass wir mit mehreren Freiwilligen über Silvester nach Mar del Plata, eine Stadt am Atlantik mit vielen Stränden, fahren und vorher Weihnachten bei den Freiwilligen auf dem Bauernhof La Choza in recht großer Runde feiern.
Also allen eine schöne Weihnachtszeit, so weihnachtlich sie auch immer seien mag,
Viele Grüße
David
| Unser Rondell beim Herbstbasar |
| Kleiner Wasserlauf für den vorher gebauten Teich, in dem jeden Tag mehr Fische leben, da die Schüler ihr Aquarien zu Hause leeren und immer mehr Fische in die Schule bringen |
| Platz der Vereinten Nationen |
| Abendliche Panamaricana, ca. 300m von unserem Haus entfernt. Man merke: mit Auffahrtspuren 18 spurig!! |
| Reichen- und Vergnügungsvorort Tigre, direkt am Paranadelta gelegen |
| Tigre |
| Geschichtsträchtiger Ruderclub Tigre |
| Planetarium von Buenos Aires |
| Park mitten in Buenos Aires |
| International Jazzfestival Buenos Aires |
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