Montag, 8. Oktober 2012

Nach einer Woche

Und schon ist die erste Woche vergangen... 
Mittlerweile war ich mehrfach im Zentrum, hab mich in das hiesige Mobilfunknetz eingegliedert und kann vom Nachtleben der Stadt berichten.
Also, nachdem am Mittwoch wieder ein diesiger Tag war (man merkt das der Frühling grad erst begonnen hat), bin ich am Donnerstag nach der Arbeit endlich mal Richtung Stadt gefahren. Wir wohnen hier ja etwas außerhalb, haben aber in ca. 2km Entfernung einen Bahnhof, von welchem Züge direkt bis zum Hauptbahnhof fahren. Man ist also, wenn man Glück hat, in 45 Minuten in der Innenstadt. Im Bus zur Plaza de Mayo, einem der zentralen Plätze in Buenos Aires, an dem auch die Casa Rodada (Amtssiz des Staatspräsidenten) und das Rathaus stehen, wurde ich von einer Frau gewahrnt, dass es heute wohl sehr gefährlich werden würde in der Innenstadt. Irgendwas mit vielen Menschen und Polizisten. Genau rüberbringen, worum es sich handelte konnte sie nicht. Gepaart mit den hunderten Warnungen aller möglichen Leute vor der gefährlichen Innenstadt, war auch diese Dame nicht besonders hilfreich. Letztendlich bin ich aber weitergefahren und bin auf eine, zu diesem Punkt, absolut friedliche Demo gestoßen. Am Obelisken entlang bin ich dann wieder Richtung Bahnhof gelaufen und war abends wieder in Villa Adelina. Fotos kann ich leider noch nicht vorweisen, da mir geraten wurde, bei der ersten Fahrt in die Stadt, welche entlang entlang diverser Villas führt (argentinische Variante von Favelas), noch keine unnötigen Wertgegenstande mitzunehmen. Jedenfalls war es schonmal ein erster Eindruck. 
Freitag hab ich dann mal ausprobiert hier zu joggen. Leider ist die Situation hier absolut suboptimal. Man läuft im Feierabendverkehr an riesigen Straßen entlang und über Kreuzungen ohne Ampeln. Ich muss mir also irgendwie andere Möglichkeiten zum Sportmachen suchen.
Samstag waren hier 6 andere Freiwillige der "Freunde" zu Besuch, eigentlich nur zum Grillen und Chillen, letztendlich sind wir aber noch zu Bekannten des einen in die Stadt gefahren, welche wiederum um 5 Uhr morgens auf die Idee kamen, noch in eine Bar/Disko zu gehen. Da sind wir so um 5:30 Uhr angekommen, es dämmerte sage und schreibe bereits, und sind bis Ladenschluss um 8 geblieben. 
Irgendwie essen die Argentinier also nicht nur spät zu abend, sondern haben das Konzept auch auf die sonstige Nachgestaltung ausgedehnt. 
Auf jeden Fall hatte eine Freiwillige für den Sonntagmorgen Gratiskarten für das berühmte Teatro Colon geholt, wo um 11 Uhr ein Percussionkonzert auf dem Programm stand. Nach einem kurzen Frühstück bei einer zentral wohnenden Freiwilligen sind wir, mittlerweile nur noch zu viert unterwegs, also dahin. Ein total beeindruckendes Gebäude wie aus einem Film und sehr bequemen Sitzen, welche geradezu zum Schlafen verleitet haben. Zum Glück war das Konzert echt gut, sodass ich nicht eingeschlafen bin. Nach einem Rundgang durch die Innenstadt war ich dann Sonntagnachmittag wieder zu Hause. Ich würd also sagen, eine würdiges erstes Wochenende in Buenos Aires;-)
Heute war Kolumbustag, bzw. ist der erst am 12., wurde aber aus Gründen der Wochenendeverlängerung auf heute verlegt (ein Argentinier hat ihn mir sarkastisch als den Tag, an dem man das Ende der Indiana feiert erklärt). Auf jeden Fall hatten wir frei und ich konnte mich mal meinem Spanischkurs in Buchform widmen. 
Morgen werde ich in die Innenstadt zu einem wöchentlich stattfindenden Sprachtreffen gehen, wo anscheinend alle möglichen Leute mit Fremdsprachbedürfnissen hinkommen. Wahrscheinlich vornehmlich Freiwillige oder Argentinier die gerade eine Fremdsprache lernen. Auf jeden Fall hoffentlich eine Gelegenheit auch mal Einheimische besser kennenzulernen...
Also, schönen Gruß aus Buenos Aires
David

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