Wie ich
so mitbekommen hab, hattet ihr in Deutschland ja einen, zumindest im
Januar, ganz schönen Winter mit Schnee und Kälte. Von hier kann ich
nur sagen, das sich der Sommer auch nicht hat lumpen lassen. Gerade
die letzte Woche hat die Sonne hier gut geknallt, sodass wir öfters
schon um 7 Uhr angefangen haben zu arbeiten, um die Mittagssonne
etwas zu vermeiden.
Dazu
kommt dann noch, dass große Hitze hier immer mit Stromausfällen und
Problemen mit dem Internet einhergeht. Wegen eines zu großen
Zuwachses an energiefressenden Geräten in den letzten Jahren, die,
wie z.B. Kühlschränke, Klimaanlagen und Belüftungsanlagen, gerade
bei heißem Wetter auf vollen Touren arbeiten, ist das Stromnetz hier
überlastet. Mich tangiert das nicht allzu sehr, aber da auch die
Ampeln von den Stromausfällen betroffen sind, ist im Zentrum wohl
immer ein ziemliches Chaos. Auf jeden Fall kann man schon fast am
Thermometer und der Uhr errechnen, wann der nächste Stromausfall
fällig ist. Immer Mittags, wenn es sich auf die 40 Grad in der Sonne
zu bewegt und Abends, wenn alle zu Hause sind und zusätzlich noch
die Lampen angeschaltet werden, sitzt man schnell ohne Strom da. Dass
heißt dann also bei Kerzenschein lesen oder, wie jetzt gerade,
einfach schon mal ohne Internet was schreiben, um das dann später,
wenn man wieder Internet hat alles nur noch schnell abschicken zu
müssen.
Ansonsten
haben wir die letzten Wochen hier, wie schon beschrieben, mit
größeren Arbeiten zugebracht. Unter anderem haben wir einen kleinen
Laden, in dem es z.B. die Erzeugnisse des Hofes „La Choza“ verkauft werden, dort
wo er stand abgebaut und weiter hinten auf dem Schulgelände wieder
aufgebaut. Er musste Platz machen für eine Betonfläche für den
Sportunterricht. Außerdem wurden diverse Klassenräume wieder
aufgepäppelt, ob es nun fehlende Fußleisten, kaputte Schränke oder
alte Fenster waren.
Jetzt
geht es für mich noch bis zum Ende dieser Woche normal weiter und am
Samstagmorgen fliege ich mit einem Mitfreiwilligen aus Cordoba nach
Ushuaia, „die südlichste Stadt der Welt“, auch wenn sich darüber
streiten lässt. Naja, auf jeden Fall wir es bestimmt eine geniale
Reise. Erst bleiben wir einige Tage dort unten und schauen mal wie
man mit Wandern, Kayakfahren und sonstigen Touren die dortige Natur
etwas erkunden kann. Danach geht es mit dem Bus wieder nach Norden,
ein kleines Stück durch Chile und über die Magellanstraße nach El
Calafate. Ein, denke ich mal, recht unspektakuläres Dorf, von dem
man aber Zugang zu den riesigen Gletschern am Lago Argentino hat
(Perito Moreno, Uppsala-Gletscher). Irgendwie wird es dann von dort
nach El Chalten gehen, einem kleinen Wandererdorf direkt unterhalb
der Felsnadel des Fitz Roy und später in zwei Tagesetappen im Bus
nach Bariloche. Dort schaue ich dann mal, ob ich eine weitere
Mitfreiwillige besuche, die dort direkt im Nationalpark wohnt, der
sich wohl ziemlich lohnen soll. Am Ende wird es dann von dort wieder
zurück nach Buenos Aires gehen.
Bisher
steht allerdings nur die Route, einen Zeitplan haben wir uns noch
nicht gemacht, aber ich plane so mit guten 3/3,5 Wochen. Mein
Mitreisender hat leider nur etwas weniger Zeit, sodass er schauen
muss, bis wohin er mitkommt und wann er wieder zurück muss.
Hier
jetzt noch eine relativ interessante Sache über Argentinien: von der
Inflation hatte ich hier ja schon erzählt, also wirtschaftlich läuft
es nicht gut im Land. Als Resultat hat Argentinien einen Importstopp
erlassen, von dem ich zwar nicht genau weis, wie er sich genau
zusammensetzt, den man aber doch an einigen Stellen merkt. So
bekommen wir im Moment keine ordentliche Pumpe für den kleinen Teich
an der Schule, da es anscheinend keine Pumpenproduktion in
Argentinien gibt und eben im Moment keine importiert werden können.
Das geht so weit, dass ein Bekannter von unserem Chef keinen
vernünftigen Herzschrittmacher bekommt, da diese im Ausland
hergestellt werden. Außerdem fällt wirklich auf, dass auf den
meisten Produkten „Industria Argentina“ steht, gerade auch auf
solchen, auf denen in Deutschland gerne „made in
China/Taiwan/Japan“ draufsteht. „Made in Germany“ ist mir in
Deutschland wirklich erst selten begegnet.
Mein
Spanisch ist übrigens mittlerweile so weit, dass ich schon ganz gut
Zeitungen lesen und vor allem auch verstehen kann und mittlerweile
auch „Der Herr der Ringe“ auf spanisch lese. Die Bücher lagen
hier rum und es hilft natürlich schon, wenn man die Geschichte schon
kennt und somit auch Passagen, die noch nicht ganz verständlich
sind, nicht dazu führen, dass man die ganze Geschichte aus den Augen
verliert.
So ich
denke damit hab ich alle auf den neuesten Stand gebracht, zumindest
hab ich jetzt schon mal diesen Text verfasst. Jetzt heißt es warten
bis der Strom sich meiner hier erbarmt und dem Internet mal wieder
nen Tritt verpasst, auf das es wieder funktioniert.
Ich
werde versuchen, mich aus dem Süden dann auch mal wieder zu melden
und spätestens danach werde ich wahrscheinlich ganz schöne Fotos
hier reinstellen können.
Un
abrazo sudoroso (die Ventilatoren brauchen leider auch Strom;-)
David

