Mittwoch, 30. Januar 2013

Sommerferien

Wie ich so mitbekommen hab, hattet ihr in Deutschland ja einen, zumindest im Januar, ganz schönen Winter mit Schnee und Kälte. Von hier kann ich nur sagen, das sich der Sommer auch nicht hat lumpen lassen. Gerade die letzte Woche hat die Sonne hier gut geknallt, sodass wir öfters schon um 7 Uhr angefangen haben zu arbeiten, um die Mittagssonne etwas zu vermeiden.
Dazu kommt dann noch, dass große Hitze hier immer mit Stromausfällen und Problemen mit dem Internet einhergeht. Wegen eines zu großen Zuwachses an energiefressenden Geräten in den letzten Jahren, die, wie z.B. Kühlschränke, Klimaanlagen und Belüftungsanlagen, gerade bei heißem Wetter auf vollen Touren arbeiten, ist das Stromnetz hier überlastet. Mich tangiert das nicht allzu sehr, aber da auch die Ampeln von den Stromausfällen betroffen sind, ist im Zentrum wohl immer ein ziemliches Chaos. Auf jeden Fall kann man schon fast am Thermometer und der Uhr errechnen, wann der nächste Stromausfall fällig ist. Immer Mittags, wenn es sich auf die 40 Grad in der Sonne zu bewegt und Abends, wenn alle zu Hause sind und zusätzlich noch die Lampen angeschaltet werden, sitzt man schnell ohne Strom da. Dass heißt dann also bei Kerzenschein lesen oder, wie jetzt gerade, einfach schon mal ohne Internet was schreiben, um das dann später, wenn man wieder Internet hat alles nur noch schnell abschicken zu müssen.
Ansonsten haben wir die letzten Wochen hier, wie schon beschrieben, mit größeren Arbeiten zugebracht. Unter anderem haben wir einen kleinen Laden, in dem es z.B. die Erzeugnisse des Hofes „La Choza“ verkauft werden, dort wo er stand abgebaut und weiter hinten auf dem Schulgelände wieder aufgebaut. Er musste Platz machen für eine Betonfläche für den Sportunterricht. Außerdem wurden diverse Klassenräume wieder aufgepäppelt, ob es nun fehlende Fußleisten, kaputte Schränke oder alte Fenster waren.
Jetzt geht es für mich noch bis zum Ende dieser Woche normal weiter und am Samstagmorgen fliege ich mit einem Mitfreiwilligen aus Cordoba nach Ushuaia, „die südlichste Stadt der Welt“, auch wenn sich darüber streiten lässt. Naja, auf jeden Fall wir es bestimmt eine geniale Reise. Erst bleiben wir einige Tage dort unten und schauen mal wie man mit Wandern, Kayakfahren und sonstigen Touren die dortige Natur etwas erkunden kann. Danach geht es mit dem Bus wieder nach Norden, ein kleines Stück durch Chile und über die Magellanstraße nach El Calafate. Ein, denke ich mal, recht unspektakuläres Dorf, von dem man aber Zugang zu den riesigen Gletschern am Lago Argentino hat (Perito Moreno, Uppsala-Gletscher). Irgendwie wird es dann von dort nach El Chalten gehen, einem kleinen Wandererdorf direkt unterhalb der Felsnadel des Fitz Roy und später in zwei Tagesetappen im Bus nach Bariloche. Dort schaue ich dann mal, ob ich eine weitere Mitfreiwillige besuche, die dort direkt im Nationalpark wohnt, der sich wohl ziemlich lohnen soll. Am Ende wird es dann von dort wieder zurück nach Buenos Aires gehen.
Bisher steht allerdings nur die Route, einen Zeitplan haben wir uns noch nicht gemacht, aber ich plane so mit guten 3/3,5 Wochen. Mein Mitreisender hat leider nur etwas weniger Zeit, sodass er schauen muss, bis wohin er mitkommt und wann er wieder zurück muss.
Hier jetzt noch eine relativ interessante Sache über Argentinien: von der Inflation hatte ich hier ja schon erzählt, also wirtschaftlich läuft es nicht gut im Land. Als Resultat hat Argentinien einen Importstopp erlassen, von dem ich zwar nicht genau weis, wie er sich genau zusammensetzt, den man aber doch an einigen Stellen merkt. So bekommen wir im Moment keine ordentliche Pumpe für den kleinen Teich an der Schule, da es anscheinend keine Pumpenproduktion in Argentinien gibt und eben im Moment keine importiert werden können. Das geht so weit, dass ein Bekannter von unserem Chef keinen vernünftigen Herzschrittmacher bekommt, da diese im Ausland hergestellt werden. Außerdem fällt wirklich auf, dass auf den meisten Produkten „Industria Argentina“ steht, gerade auch auf solchen, auf denen in Deutschland gerne „made in China/Taiwan/Japan“ draufsteht. „Made in Germany“ ist mir in Deutschland wirklich erst selten begegnet.
Mein Spanisch ist übrigens mittlerweile so weit, dass ich schon ganz gut Zeitungen lesen und vor allem auch verstehen kann und mittlerweile auch „Der Herr der Ringe“ auf spanisch lese. Die Bücher lagen hier rum und es hilft natürlich schon, wenn man die Geschichte schon kennt und somit auch Passagen, die noch nicht ganz verständlich sind, nicht dazu führen, dass man die ganze Geschichte aus den Augen verliert.
So ich denke damit hab ich alle auf den neuesten Stand gebracht, zumindest hab ich jetzt schon mal diesen Text verfasst. Jetzt heißt es warten bis der Strom sich meiner hier erbarmt und dem Internet mal wieder nen Tritt verpasst, auf das es wieder funktioniert.
Ich werde versuchen, mich aus dem Süden dann auch mal wieder zu melden und spätestens danach werde ich wahrscheinlich ganz schöne Fotos hier reinstellen können.
Un abrazo sudoroso (die Ventilatoren brauchen leider auch Strom;-)
David

Donnerstag, 10. Januar 2013

Weihnachten, Neujahr und Zwischenseminar

Es hat etwas gedauert, aber nach ziemlich ereignisreichen Wochen meld ich mich mal wieder.
Weihnachten ist ja schon wieder ne gute Weile her, trotzdem hier ganz kurz die Zusammenfassung meines sommerlichen Weihnachtens. Wie geplant, sind wir auf die Choza gefahren, um mit den dortigen Freiwilligen und der Hofgemeinschaft zu feiern. Am 24. war es dabei tagsüber bis zu 43 Grad heiß, so dass es ein relativ ruhiger Tag am Pool wurde. Abends gab es dann im großen Herrenhaus des Bauernhofes ein großes Essen, mit insgesamt bestimmt 25 Personen. Das Herrenhaus mitsamt der gegenüber liegenden Kapelle und einem Wasserbassin dazwischen wurde übrigens vom Gouverneur von Buenos Aires und auch sonst bedeutenden Politiker Bernardo de Irigoyen gebaut und zieht noch immer einige Touristen an, die immer mal auf dem Hof vorbei schauen. Zurück zu Weihnachten - Nach dem Essen wurde gewichtelt und danach ging es nochmal ins Schwimmbecken, da es sich immernoch nicht besonders abgekühlt hatte. Der erste Weihnachtstag war dann eher von der Busfahrt zurück geprägt, da wir am 26. schon wieder arbeiten mussten, besonders spektakulär war es dann also nichtmehr.

Die Woche haben wir dann hier an der Schule die Tafeln von Hand abgeschliffen damit sie neu gestrichen werden konnten. Eine ziemlich ätzende Arbeit mit Atemmaske und außerdem war man nach der ersten Tafel schon völlig schwarz mit Tafelstaub überdeckt.
Freitag ging es dann mit drei anderen Deutschen nach Mar del Plata, wo wir Silvester feiern wollten. Mar del Plata liegt ca. 500km südliche von Buenos Aires am Atlantik und ist ziemlich auf Massentourismus ausgerichtet: hinter den Stränden stehen große Hotelbauten und alles ist in den Sommermonaten ziemlich überlaufen. Wir haben dort in einem einfachen Hostel gewohnt, wo wir auf eine ziemlich bunt zusammengewürfelte Truppe getroffen sind, mit denen dann immer Leben in der Bude war. Insgesamt waren wir dann eine Gruppe bestehend aus 6 Deutschen, einem Belgier, 2 Bolivianern, 2 Israelis, einem aus Alaska, mehreren Argentiniern usw. Aber schon die Busfahrt dorthin war ein Erlebnis, da ich endlich mal weiter aus der Betonwüste von Buenos Aires rausgekommen bin. Zwar fährt man einfach nur schnurgerade Straßen durch die immer flache, unbewohnte und endlose Pampa, aber immerhin bekommt man mal einen ersten Eindruck vom Land. Natürlich sieht man dabei dann auch viele der bekannten argentinischen Rinder.
In Mar del Plata sind wir bis zum 1.1. geblieben und haben uns dann wieder im Bus auf dem Rückweg gemacht, in dem man dann ganz gemütlich den Schlaf nachholen konnte, der in den Tage dort etwas zu kurz gekommen war. 

Zu Hause angekommen wurde nur kurz gewaschen und ausgeschlafen und am nächsten Morgen ging es schon auf das Zwischenseminar unserer Organisation, welches in der Innenstadt stattfand. Dort haben wir von Mittwoch bis Montag im Hotel Bauen gewohnt, ein Hotel welches 2002 von den eigenen Angestellten besetzt worden war, da der Besitzer es im Zuge der Wirtschaftskrise 2001 die Wand gefahren hatte und jetzt von einer Kooperative der Angestellten geführt wird. Eine sehr interessante Geschichte welche uns von den Hotelmitarbeitern auch anhand eines Films und in einem Vortrage erzählt wurde (http://en.wikipedia.org/wiki/Hotel_Bauen). Dort waren wir also mit einer kleineren Gruppe unseres Vorbereitungsseminars, bestehend aus allen Freiwilligen Chiles, Uruguays und Argentiniens. Es war ein echt nettes Wiedersehen und danach ein sehr interessantes Seminar mit Vorträgen unter anderem von einer Frau vom Stamm der Quechua und einem Mann, dessen Mutter im Zuge der Diktatur 1976-1983 ermordet worden war, woraufhin er von Militärs zwangsadoptiert wurde (im Alter von 9 Monaten) und erst vor 10 Jahren um Alter von 27 herausgefunden hat, dass seine Adoptiveltern so ziemlich die Mörder seiner leiblichen Eltern sind. Ein Schicksal, welches er mit einigen anderen Argentiniern teilt und dessen Aufdeckung erst in den letzten Jahren durch die Aufarbeitung der Verbrechen der Diktatur möglich geworden ist. Vorher war alles durch eine Generalamnestie geregelt worden und erst unter Nestor Kirchner begann man dieses dunkle Kapitel der eigenen Geschichte aufzuarbeiten und Verantwortliche vor Gericht zu stellen. Außerdem wurde mit uns ein Tangokurs gemacht der am Ende sogar auf die Tanzfläche einer normalen Milonga geführt hat. Der geborene Tangotänzer bin ich denke ich nicht, ganz lustig war die ganze Unternehmung aber schon.
Am Montag gab es dann noch ein gemeinsames Frühstück und danach sind alle wieder in alle Himmelsrichtungen zu ihren Dienststellen oder Richtung Urlaub gefahren, der bei vielen jetzt im Zuge der schulischen Sommerferien direkt anschließt. Bei uns, die wir nicht in einer Gastfamilie wohnen und daher freier sind als die meisten anderen, sind noch einige aus Uruguay und Chile für ein paar Tage geblieben um sich Buenos Aires noch etwas mehr zu Gemüte zu führen. So langsam leert es sich aber wieder. 

Jetzt stehen dann erstmal drei Wochen normale Arbeit an, bevor es für mich Richtung Süden geht, wohin ich mit einem Mitfreiwilligen aus Cordoba reisen werde. Die Route sieht in etwa folgendermaßen aus: Buenos Aires - Peninsula Valdez (eine Halbinsel mit besonderer Natur) - Ushuaia (Feuerland) - El Calafate (wo die berühmten Gletscher sind, siehe Perito Moreno) - El Chalten (mitten in den Anden und perfekt zum Wandern) - Bariloche (eine Stadt am Fuße der Anden, wo ich wahrscheinlich auch andere Freiwillige besuchen werde) und wieder zurück. Das alles dann mit Reisebussen, die hier ein ziemliche gutes System haben und auch bezahlbar sind. Nur nach Ushuaia ist die Überlegung, ob man nicht lieber fliegt, da man sonst einige Tage unterwegs ist. Also mal schauen.
Das Wetter ist hier im Moment übrigens nicht so anstrengend wie am Anfang des Sommers befürchtet. Es ist zwar gut heiß, aber es lässt sich alle aushalten da man sich auch mittlerweile ganz gut daran gewöhnt hat.
Unten sind dann noch einige Bilder der letzten Wochen.
Viele Grüße aus Buenos Aires
David

Pool auf dem Bauernhof

Weihnachten
Auf Schattensuche an Heiligabend

Internationales Silvester-Asado

Argentinische Rinder in der Pampa

Bequemes Reisen
Sonnenaufgang am Atlantik


Wie kommt man nur auf die Idee Hütten auf den Strand zu bauen???



Sonnenuntergang in der Pampa

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Weihnachten oder Sommer, was denn nun eigentlich?

Schon wieder sind zwei Wochen vergangen und ich hab schon das Gefühl mich ganz gut in Buenos Aires und gerade in unserem Viertel auszukennen, mich ohne Probleme mit den Bussen und Bahnen zurechtzufinden und auch verständigungstechnisch weitergekommen zu sein. Die Werktage bestehen weiterhin meist aus Arbeit bis Nachmittags und danach viel Sport. Bei dem Sommerwetter ist es eben ganz schön, dass man eigentlich immer raus kann und nie groß den Wetterbericht checken muss.
Die Wochenenden sind dann die wirklich abwechslungsreichen Tage. Meistens trifft man sich, vorallem Abends, im Zentrum mit Leuten und verbringt den Abend zusammen. Dabei sind wir dann meist mit anderen Freiwilligen unterwegs, da man sie vom Vorbereitungsseminar gut kennt und eben das Interesse teilt neue Orte und Viertel kennenzulernen. Mit Argentiniern kommt man dabei auch immer schnell in Kontakt, man merkt dabei die berühmte südländische Mentalität: ein sehr offenes Entgegenkommen und sofortiges Interesse, großartig langwierige Freundschaften entwickeln sich aber nicht daraus. Dies ist natürlich auch der Größe der Stadt geschuldet, wo man gerne mal an völlig anderen Enden wohnt und sich eben nur zufällig in der Stadt trifft. Mit Leuten aus meinem Viertel hatte ich bisher wenig Kontakt, da man eben meist ins Zentrum fährt, wenn man weggehen will und die Wahrscheinlichkeit dort auf Nachbarn zu treffen denkbar gering ist. Vielleicht ändert sich das ja durch das Volleyballtraining, welches im Februar wieder losgeht und hier um die Ecke stattfindet.
Interessant ist auch die große Zahl an Interessierten an der deutschen Sprache in Buenos Aires. Viele, die Deutsch lernen, haben großes Interesse daran, sich mit Deutschen zu treffen und so die gerade gelernte Sprache auszuprobieren und zu verbessern und geben dem Gegenüber dabei eben die selbe Möglichkeit. Dadurch gibt es hier eine ganze Kultur dieser Sprach-"Tandems" und das Goethe-Institut, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft und anderen Organisationen, organisiert Treffen von Deutschen und Argentiniern jeden Monat in einer Bar in der Innenstadt. Dies ist also eine der leichtesten Möglichkeiten Leute zu finden, die einem einen anderen Blick, als den des Touristen auf die Stadt zu ermöglichen.
 Die Wochenenden sehen dabei aber immer einen sehr verschlafenen Sonntag vor, da die Argentinier, wie bereits vor einiger Zeit mal beschrieben, frühestens um 3 Uhr auf die Idee kommen, sich in Richtung eines Clubs aufzumachen. Auch dieses Wochenende war mal wieder davon geprägt. An meinem Geburtstag habe ich eher einen ruhigen Tag gemacht, um dann am Samstag erst hier an der Schule und später in der Stadt mit einigen Leuten zu feiern. Als wir nach Hause kamen schien die Sonne dann schon wieder so vom Himmel, dass man anfing zu schwitzen.
Ein bisschen blöd war dabei, dass ich, aufgrund eines großen Unwetters am Donnerstag mit Blitzeinschlage in unser Internetkabel, dieses Wochenende kein Internet hatte und somit alle Glückwünsche erst Montag empfangen konnte. Montagnachmittag ging dann schon das nächste Unwetter mit starken Wind runter. Ich will nicht wissen, wie es zeitweise in den ärmeren Vierteln/Slums aussah. Ohne asphaltierte Straßen und mit niedrigen Häusern, sind bestimmt die meisten Wohnungen vollgelaufen. Was uns unser Portier von seinem Viertel auch bestätigen konnte. Das ganze, vor allem das Unwetter am Donnerstag, folgte mal wieder auf eine Woche mit enormer Hitze und noch größerer Luftfeuchtigkeit, die das Arbeiten ziemlich anstrengend gemacht haben. Mal sehen wie es weitergeht, normalerweise ist es hier wohl im Dezember, Januar und Februar trockener als bisher erlebt.
An der Schule geht jetzt gerade das Schuljahr zu Ende. Letzte Woche wurden die 12. Klassen (hier die höchste Klasse) verabschiedet und diese Woche gibt es nur noch einige Präsentationen. Danach gibt es bis Ende Februar Sommerferien für Lehrer und Schüler - nicht für mich, da jetzt die großen Arbeiten wie Fenster erneuern, Tafeln reparieren etc. anfangen, die im Schulalltag nicht möglich sind. Unten gibt es mal ein paar Bilder von den ersten Spuren, die ich an der Schule hinterlassen hab.
In Sachen Weihnachten kann man nur von großer Verwirrung berichten. Bei 30 Grad und Sonne kommt man überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung und trotzdem sieht man in allen Schaufenstern Weihnachtsmänner, Rentierschlitten und Kunstschnee und vor unserem Supermarkt steht ein dick eingemummter, lebensgroßer Weihnachtsmann der bei jedem Vorbeigehenden Jingle Bells singt. Sehr merkwürdig, als welch exotisches Fest die Menschen hier Weihnachten betrachten müssen, da es einfach nicht zum Land passt.
Die Pläne für die nächsten Wochen sehen so aus, dass wir mit mehreren Freiwilligen über Silvester nach Mar del Plata, eine Stadt am Atlantik mit vielen Stränden, fahren und vorher Weihnachten bei den Freiwilligen auf dem Bauernhof La Choza in recht großer Runde feiern.
Also allen eine schöne Weihnachtszeit, so weihnachtlich sie auch immer seien mag,
Viele Grüße
David 
Unser Rondell beim Herbstbasar

Kleiner Wasserlauf für den vorher gebauten Teich, in dem jeden Tag mehr Fische leben, da die Schüler ihr Aquarien zu Hause leeren und immer mehr Fische in die Schule bringen

Platz der Vereinten Nationen

Abendliche Panamaricana, ca. 300m von unserem Haus entfernt. Man merke: mit Auffahrtspuren 18 spurig!!


Reichen- und Vergnügungsvorort Tigre, direkt am Paranadelta gelegen

Tigre

Geschichtsträchtiger Ruderclub Tigre


Planetarium von Buenos Aires

Park mitten in Buenos Aires

International Jazzfestival Buenos Aires



Freitag, 23. November 2012

Ab in die Pampa

Diese Woche hat es endlich mit der Klassenfahrt geklappt, welche vor jetzt schon über einem Monat wegen Regens nicht stattfinden konnte. Jetzt bin ich aber nicht mit der 7. Klasse, wie damals vorgesehen gefahren, sondern mit der 6. Es geht dabei immer auf ein Grundstück etwas nördlich von Buenos Aires, welches die Schule besitzt. Dort soll eigentlich jede Woche eine Klasse hinfahren, aber aufgrund von Regen und den dortigen Straßenverhältnissen, ist es oft mehrere Wochen lang nicht möglich. Das Ganze befindet sich gut 80 Kilometer außerhalb von Buenos Aires, wo man von einer Landstraße aus noch ungefähr 15 Kilometer auf Feldwegen fahren muss. Dieser Teil wird nach dem kleinsten Regen unüberwindlich für jedes nicht vierrädrig angetriebene Auto.
Auf dem Weg aus der Stadt fährt man dabei durch sämtliche Vorstädte von Buenos Aires, welche langsam immer größeren Fabriken weichen, neben denen sich meist große Armenviertel befinden, wo wahrscheinlich die Arbeiter rekrutiert werden. Außerdem gibt es dort außerhalb der Stadt große Wohnresorts mit gefängnisartigen Mauern drumherum (wobei der Stacheldraht natürlich nach außen gerichtet ist), in welchen sich edelste Villenviertel und Hotels befinden. Dazu viele Seen und künstliche Hügel. Man kann sich hier also seine Welt, mit dem nötigen Kleingeld so schön machen, wie man sie gerne hätte. 
Die Schule besitzt dort also ein ca. 70 Hektar großes Stück Land, welches von einem eigens angestellten "Gaucho" bestellt wird (vornehmlich Weideland für Kühe, Schafe etc.) und auf dem sich, in einem bewaldeten Stück, mehrere selbstgebaute Häuser (weit und breit kein Strom!) für die Klassen befinden. Das Land gehörte ursprünglich Bauern, welche die Schule kannten und ihr das Land vererbt haben. Die Klassen bauen dann dort entweder neue Häuser und Ställe oder Pflanzen Bäume entlang der Felder oder bestellen den Garten.
Wir waren also von Mittwoch bis Freitag dort. Leider hat es Donnerstag etwas geregnet, sodass wir heute (Freitag) keine Gefährt dorthin beordern konnten für das Gepäck und die Fahrräder, mit denen die Schüler einen Teil des Hinweges gefahren waren. Das Gepäck und die Fahrräder wurden also dort gelassen und wird sind eine Stunde über Felder, Bäche und Zäune zu einer anderen, nähergelegenen Straße gelaufen und wurden dort abgeholt. 
Die ganze Fahrt war echt schön, da man mal wieder aus der Stadt rauskam und dort die Weite und Ruhe der Pampa erleben konnte, die sich hier ja endlos viele Kilometer um Buenos Aires und durch die ganze Mitte Argentiniens erstreckt. Außer der Klassenlehrerin war noch der Gartenbaulehrer der Schule dabei, der diese Fahrten immer leitet und gut Deutsch spricht, da seine einen Großeltern Deutsche waren, die 1930 in das nördlicher gelegene Missiones (immer noch eine sehr deutsche Region) ausgewandert sind. Er ist der langgedienteste Lehrer der Schule und konnte mir, endlich mal ohne Sprachbarriere, ganz interessant schildern wie die Schule zur Anfangszeit aussah und wie z.B. die Stimmung in Argentinien während der Militärdiktaturen war. Er war auch Waldorfschüler an einer anderen Schule in Buenos Aires gewesen und schon als Schüler oft auf das Stück Land gefahren, damals noch in der Hand der Bauern.
Das Wochenende vorher habe ich, mit ein paar anderen Freiwilligen aus Buenos Aires, die Freiwilligen auf La Choza besucht, bei denen man sich ernsthaft gefragt hat, wie sie die heißen Tage auf den Feldern ohne Schatten überlebt haben. Anscheinend war es aber weniger problematisch als gedacht.
Außerdem hab ich mir hier schon vor längerer Zeit ein Longboard gekauft (eine Art Skateboart, nur länger mit größeren Rollen) mit dem ich mir immer mehr die Umgebung anschaue. Letzte Woche war ich damit hier am Ufer des Rio de la Plata, wo es auch Berge gibt zum herunterfahren (ansonsten ist Buenos Aires vollkommen platt). Auf jeden Fall hab ich dort eine große Gruppe anderer Longboarder getroffen, die dort regelmäßig fahren. Hoch gehts dabei dann immer mit Autos, die kurz anhalten, sodass man sich festhalten kann und einen dann hochziehen. Dort werde ich also denke ich öfters mal vorbeischauen. 
Ansonsten wird es immer wärmer und trotzdem wird alles auf Advend und Weihnachten getrimmt. Ein völlig komisches Gefühl in jedem Geschäft Weihnachtsmänner und Rehntiere zu sehen und dabei in 30°C unterwegs zu sein. Diese Woche hatten wir dabei aber nicht viel Arbeit, da der Hausmeister einen Hexenschuss hat und uns daher nicht wirklich Arbeiten geben konnte. 
Im Anhang also noch Bilder der Klassenfahrt,
Saludos 
David 

 
Mit dem Bus über den noch trockenen Feldweg






Platt und Felder so weit das Auge reicht

Ausgelaugtes und verbranntes Sojafeld des Nachbarbauerns


Tor zum Schulgrundstück




Sonntag, 11. November 2012

argentina, sunshine and happiness

Nachdem ich hier letztes Mal vom sich anbahnenden Sommer gesprochen hab, hat sich dieser ganz gut entwickelt gehabt. Wir hatten hier bis Donnerstag andertalb Wochen puren Sonnenschein. Was am Anfang noch ganz schön war, da man viel draußen machen konnte, war am Ende echt anstrengend. Tagsüber immer deutlich über 30 Grad im Schatten, von Temperaturen in der Sonne ganz zu schweigen und nachts auch nie unter 28 Grad. Dazu 70% Luftfeuchtigkeit, sodass man nur einen Finger bewegen musste und schon anfing zu schwitzen. Zum Glück wirkten auch die Argentinier sehr angestrengt durch das Wetter, man hatte also nicht das Gefühl, dass es im Sommer dann nochmal wesentlich heißer wird. Anscheinend war es eben auch untypisch warm für den Frühling. An den letzten Tagen gab es dann andauernd Stromausfälle, die auch die ganze Innenstadt betrafen und dort anscheinend ein ziemliches Verkehrschaos ausgelöst haben (die Ampeln haben ja nicht funktioniert). Ist nen bisschen die Frage, ob das einfach ne Sache von Überlastung aufgrund der vielen Klimaanlagen war oder andere Gründe hatte. Jedenfalls hatte es hier eigentlich seit Jahren keine größeren Stromausfälle mehr gegeben. Für uns hieß dies dann Kochen mit Taschenlampe zwischen den Zähnen und Essen im Kerzenschein;-)
Am Freitag gabs dann ein krasses Gewitter, bei dem wieder sämtliche Straßen abgesoffen sind und seitdem ist es kühl. Ganz interessant war, dass 5 Minuten vor der Gewitterfront eine riesen Wolke Libellen unterwegs war, die anscheinend von überall her vor dem Gewitter flohen und sich eben in einer großen Wolke über das Schulgelände verteilt haben. Plötzlich war die ganze Luft erfüllt von unendlich vielen Libellen, genau so, wie man sich eine Heuschreckenplage vorstellt, nur halt Libellen, die es hier eigentlich nicht übermäßig viel gibt. Das Phänomen hatte auch noch kein Lehrer der Schule jemals so erlebt. Nachdem das Gewitter vorbei war, dachte man eigentlich, dass die Libellen weitergezogen wären, aber viele haben bis zum nächsten Tag am Schulzaun übernachtet (siehe Fotos) und gestern war dann wieder alles voll mit Libellen. Eine sehr komische Atmosphäre. 
Ansonsten war hier dieses Wochenende ein Flohmarkt an der Schule, zu dem Eltern ihren ganzen alten Kram gebracht hatten und den dann zu Gunsten der Schule verkauft haben. Gemessen an dem, was hier vorbeigebracht wurde, merkte man dabei, dass diese Schule hauptsächlich von Schüler aus relativ gut betuchten Familien besucht wird. Von älteren Flachbildfernsehern bis zu Apple-Computern war alles dabei. Alles Sachen, die man nicht unbedingt bei den meisten Argentiniern in den Wohnungen vermuten würde...
Dieses Wochenende waren wir wieder mit anderen Freiwilligen unterwegs und sind gestern Nacht bei Argentiniern in der Wohnung gelandet, wo man mal sehen konnte, wie hier die ganz reichen leben. Im schönsten Villenviertel mit vielen Parks in einem sehr edlen Apartmenthaus mit Portier und Aufzug direkt in die Wohnung. Das ganze dann um die Ecke von der Innenstadt und der Avenida 9 de Julio. Auf dem Weg dahin viel dann wieder die argentinische Zeitauffassung auf. Nachts um 2 Uhr sind immernoch alle Restaurants voll mit Menschen (gerade gereifteren Alters), die sich ihre Fleischplatten genehmigen und keinesfalls so wirken, als wollten sie bald nach Hause.
Viele Grüße also ins kalte Deutschland und wo sonst noch dieser Blog gelesen wird,
David 
Kochen mit Taschenlampe (mit Blitz aufgenommen)

Kochen mit Taschenlampe (ohne Blitz)

candle light dinner


Libellen an unserem Zaun

... und fliegenderweise

Donnerstag, 1. November 2012

Einen Monat Argentinien, Steak und Großstadt

Und schon ist der erste Monat rum. 
Zusammenfassend kann ich auf jeden Fall sagen, dass mein Spanisch (oder Castellano, wie die ihre Sprache hier nennen) deutlich besser geworden ist und inzwischen für sämtliche Alltagssituationen ausreicht (natürlich noch mit Fehlern, aber man versteht mich). Außerdem findet man sich in der Stadt immer besser zurecht, mit all den Unterschieden zu Deutschland (Busse, Öffnungszeiten, der Größe der Stadt etc.).
Ein paar Unterschiede seien hier mal zum Besten gegeben: Mein Mitfreiwilliger ist Vegetarier und nach den ersten Wochen muss man sagen, dass dieses fleischgeile Land nichts für diese Art von Mensch ist. Wenn man hier ausdrücklich sagt, dass man Vegetarier ist, bekommt man einfach Gerichte mit Hühnchen, Schinken oder sonstigem Schweinefleisch angeboten. Vegetarier sind hier anscheinend nur Rindverächter. 
Weiter gibt es hier zwar Mautstationen, wie man sie aus Italien kennt, allerdings kommt es oft vor, dass bei langen Schlangen einfach alle anfangen zu Hupen und kurze Zeit später werden alle Schranken geöffnet und man kann durchfahren. Überhaupt ist das Verkehrssystem seltsam. Ich habe ja schon von den irrsinnig vielen Bussen geschrieben, die einem das Leben schwer machen (ich fahre mittlerweile eigentlich nur noch Bahn und U-Bahn). Bis vor kurzem war es dann zusätzlich noch so, dass alle in den Bussen bar zahlen mussten, Monatskarten oder so etwas gab es nicht. Das Problem war, dass man nur mit Münzen zahlen konnte, es aber eigentlich nur Papiergeld gibt. Daraus ergab sich in dieser Riesenstadt ein Münzmangel, sodass zum Teil 1 Peso Münzgeld für 2 Peso Papiergeld auf der Straße verkauft wurden. Vor einigen Monaten wurde nun ein neues System mit einer Guthabenkarte eingeführt, mit der man in jedem Bus/Bahn/U-Bahn bezahlen kann und die man an jedem Kiosk aufladen kann. Ich hab also Glück. Ansonsten sind die Preise für öffentliche Verkehrsmittel sehr niedrig. Ich zahle z.B. 90 Centavos (15 Cent) für die halbe Stunde Zugfahrt in die Innenstadt.
Das mit dem Geld ist hier eh so eine Sache. Hier ist im Moment eine krasse Inflation im Gange die im 25% beziffert wird. Wegen der sich anbahnenden Flucht in andere Währungen hat man deren Erwerb hier jetzt komplett unterbunden. Man kommt also als Argentinier an keiner Bank mehr an ausländischen Währungen. Dafür wird man als Ausländer jetzt aber an jeder Ecke angesprochen, ob man nicht Euros oder Dollars dabei hat, die man dann zum andertalbfachen des wirklichen Kurses eintauschen kann. Von der Regierung wird diese Inflation derweil einfach geleugnet, obwohl selbst ich, allein in diesem einen Monat deutliche Preissprünge mitbekommen habe. Leider kommt der Euro im Umtauschkurs nicht ganz mit, weswegen Argentinien nicht wirklich billiger ist als Deutschland wenn es um Essen, Kleidung oder Eintrittspreise geht. Dazu kommt noch, dass der größte Schein, der 100 Pesoschein ist, also sagenhafte 17 Euro. Man rennt also immer mit großen Bündeln Geld herum, wenn man mal etwas mehr bezahlen muss.

So, am Wochenende war ich wieder in der Stadt unterwegs, einmal im Stadtteil La Boca. Einem ärmlichen Stadtteil der Hafenarbeiten, die früher immer die Reste der Schiffslacke für ihre Häuser bekommen haben und daher das ganze Stadtviertel bunt war. Mittlerweile beschränkt sich dass noch auf drei kurze, für Touristen aufgemachte Straßen, die inmitten des ansonsten völlig durchschnittlichen Stadtteils liegen. Da ist dann aber der Bär los und alles voll mit Touristen, Tangotänzern und Boca Juniors Fanshops. Als ich da war, fand zufällig auch gerade das wohl sehr brutale Stadtderby Boca Junios vs. Riverplate (der arme Süden "Boca" gegen den reichen Norden "River Plate" der Stadt) statt. Zwar im River Plate Stadion, welches bei uns um die Ecke im Norden liegt, aber trotzdem waren die Straßen voll mit Boca-Fans, die ihre Fernseher auf der Straße aufgebaut hatten und alle am gucken waren. Auf dem Rückweg hab ich dann die ganzen River-Fans getroffen, die aus dem Stadion strömten.
Danach hab ich mir dann noch das, dem Capitol in Washington nachempfundene Nationale Capitol angeschaut. 
Heute war ich mal bei einem Volleyballverein in der Nähe zum Probetraining. Zwar haben die bald Sommerpause, aber danach fange ich dann denk ich da an. Sport ist einfach die beste Methode hier mit Leuten aus dem Viertel in Kontakt zu kommen. 
Mittlerweile haben wir hier übrigens, sobald die Sonne scheint, gut 27-30 Grad. Der Sommer bahnt sich also an.
Viele Grüße aus Buenos Aires
David
Hafenanlagen in La Boca

Touristenecke in La Boca

Touristen, Touristen, Touristen


Public-Viewing in Argentinien

Die besagten Häuser

La Bombonera (Stadion von La Boca) erhebt sich über das Viertel

Avenida 9 de Julio, die breiteste Prachtstraße der Welt (Argentinier kennen nur Superlative, die Wahrheit der Aussage wird bezweifelt)

Das Capitol

 
 

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Jaja, manchmal arbeiten wir auch

An dieser Stelle jetzt endlich mal etwas zu der Arbeit, die ich hier verrichte. Ich bin hier an einer Waldorfschule zusammen mit einem anderen Freiwilligen der Hilfshausmeister. Das heisst, es gibt einen festangestellten Hausmeister, welchen wir unterstützen. Außerdem gibt es noch einen Pförtner, der ebenfalls viele Tätigkeiten übernimmt, die Sache von Hausmeistern sind.
Ein Tag sind dann folgendermaßen aus, wir stehen morgens gegen 7:30 auf, frühstücken und treffen uns um 8 mit dem Hausmeister an der Werkstatt. Er erklärt uns dann, was am Tag so alles zu tun sei oder bespricht mit uns, was man am besten als nächstes machen könnte. Oft sind es Reparaturarbeiten, die ihm von Lehrern oder den Kindergärtnerinnen des nahegelegenen Waldorfkindergartens angetragen worden sind: Stühle reparieren, Gardinen aufhängen, bei Veranstaltungen Stühle und Tische herumtragen, Rasen mähen, Müll aufsammeln, Schlösser und Steckdosen austauschen oder den ständig kaputten Basketballkorb reparieren usw. Außerdem gibt es immer wieder größere Baustellen, an denen man dann mehrere Tage arbeitet. So z.B. ein Rondell, welches wir in der letzten Woche gemauert haben oder ein kleiner Teich, der kurz vor meiner Ankunft gebaut wurde. 
Diese Tätigkeiten gehen dann so bis 10 Uhr, bis wir uns zum Pförtner setzen und Mate trinken. 
Für alle die es nicht kennen: Yerba Mate ist ein Strauch der im Norden von Argentinien wächst und dessen stark koffeinhaltige Blätter in ganz Argentinien mit heißem Wasser aufgegossen in extra Matebechern (meist ein bearbeiteter Kürbis) mit einem eisernen Strohhalm getrunken werden. Dabei wird der Becher fast bis oben hin mit den geschredderten Blätten gefüllt und immer nur ein paar Schluck heißes Wasser aufgegossen. Das ganze wirkt dann wie ein Ritual, es wird immer nur aus einem Becher getrunken, der reihum geht und immer vom Besitzer des Bechers neu mit Wasser gefüllt wird. Das Zeug ist extrem stark und je nach Sorte gerne mal bitter aber eben gut aufputschend. 
Die ersten Missionare hatten es anfangs wohl einige Zeit verboten, bis sie merkten, dass die Indianer wesentlich härter arbeiten konnten, solange sie ihren Mate hatten. 
Man trinkt Mate hier überall, bei Arbeiten, im Unterricht oder beim Einkaufsbummel, deswegen rennen hier auch alle mit Thermosflaschen unter dem Arm und dem Becher mit Bombilla (Strohhalm) in der Hand herum.
Das geht dann jedenfalls im Schnitt bestimmt eine halbe Stunde, bevor man die Arbeit bis 12:30 Uhr fortsetzt. Dann haben wir bis 13:30 Mittagspause und arbeiten danach noch bis 16/16:30 Uhr weiter. Am Anfang hatte ich kaum glauben können, dass die für mein Verständnis relativ kleine Schule genug Arbeit für die vielen Arbeitskräfte abwerfen könnte, aber bisher waren wir immer gut beschäftigt. Was vielleicht auch an den vielen provisorisch geflickten Gegenständen in der Schule liegt, die nie besonders lange halten. Der typische Argentinier flickt wohl eh nur alles mit Draht, wie es im Volksmund heisst (für die Kanadier war das Wundermittel damals das duct tape). Besonders haltbar ist das natürlich nicht.
So arbeiten wir 5 1/2 Tage die Woche (Montags bis Samstagmittag), wobei wir uns einen Nachmittag freinehmen dürften, diesen jedoch im Moment lieber als jeweils halben Ferientag ansparen.
Die Schule selber besteht, ähnlich wie die dortmunder Schule aus zwei Hauptgebäuden (nur kleiner) für die Ober- und Unterstufe und wurde vor ich glaube um die 50 Jahren von einer Deutschen gegründet. Diese Frau wohnt immernoch in der Nähe, ist jedoch mittlerweile schwer dement und kommt nur selten auf das Schulgelände.
Eigentlich hatte ich heute mehrere Fotos gemacht, leider sind viele davon aus unerklärlichen Gründen nicht zu öffnen, ich werd also morgen nochmal neue machen. Hier aber schonmal ein paar:

Roberto, der Pförtner


Der Hausmeister an unserem Rondell

Unsere Werkstatt


Blick über die Schule
Mate-Pause